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Bund für Umwelt und Naturschutz

Ortsverband Karben-Niddatal

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DSCF2170 - Foto Eckhard Neitzel 2021-09

Stadtradeln 2021
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BUND Ortsverband Karben/Niddatal – Pressemeldung – 21. September 2021

Stadtradeln 2021 des BUND Ortsverbands Karben/Niddatal

Stadtradeltour 2021 des BUND OV Karben/Niddatal von der Ludwigsquelle Groß-Karben über Burg-
Gräfenrode zum JUKUZ
Der Ortsverband Karben/Niddatal des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) dankt allen Bürgerinnen und
Bürgern, die sich am Sonntag-Nachmittag mit ihrem Fahrrad am Ludwigsbrunnen einfanden, um die nähere
Umgebung zu entdecken. Nach einer kurzen Diskussion darüber, ob schwefelhaltiges Wasser der Gesundheit eher
zuträglich ist oder nicht einige füllten sich dort Wasser auch ab für unterwegs, startete die Tour. Eckhard Neitzel
fuhr mit seinem schnittigen Dreirad und der großen BUND-Fahne hinter der Gruppe her.
Die Gruppe legte einen kleinen Zwischenstopp am Holzausguck beim Naturschutzgebiet an der Ludwigsquelle ein.
Die große Info-Tafel daneben macht auf die seltenen Tier- und Pflanzenarten aufmerksam, die hier leben. Birgit
Scharnagl erklärte den Teilnehmern einige Hinweise.
Im weiteren Verlauf fuhren die Teilnehmer*innen am Südrand von Burg-Gräfenrode nach Norden zum
Auenprojekt Niederwiesen der Stadt Niddatal. Auf der großen Info-Tafel der Hessischen Landesgesellschaft steht,
dass es sich um eine Kompensationsmaßnahme für den Ausbau des Frankfurter Flughafens handelt. Ein 68 ha
großes Gebiet soll als Retentionsraum reaktiviert werden. Der Lohgraben wurde hier aufgestaut, damit neue
Feucht- und Frischwiesen entstehen und das Grundwasser sich nachbilden kann.
Ein Teilnehmer, der hier öfters vorbeikommt, erzählt, dass es das Projekt seit etwa 8 Jahren gibt. In dieser Zeit
konnte er beobachten, wie sich die Natur ihren Lebensraum zurückholt. Leider sei man zur falschen Jahreszeit
unterwegs; denn im Frühling und Sommer quaken hier Frösche im Tümpel. Die Rinder grasten auch im September
noch auf den Wiesen.
Es ging weiter zur Nidda und von dort am Flussufer entlang bis zum JUKUZ. Die Fahrt wurde noch an zwei
weiteren Stellen kurz unterbrochen: an einem Schild der Firma Rapps, auf dem für Blühpatenschaften geworben
wurde und an einem Zuckerrübenfeld, wo ein konventioneller Bauer über Dünger und „Pflanzenschutzmittel“
aufklärte. Das Feld wird also mit Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden gespritzt. Die Gifte sollen den Ernteertrag
steigern. Eine Teilnehmerin erzählte, dass ihr Hund regelmäßig Durchfall bekommt, wenn sie mit ihm an frisch
gespritzten Feldern vorbeigeht.
Als die Gruppe am Naturerlebnisgarten eintraf, wunderten sich zwei Radler: „Das sollen 10 km gewesen sein?“
Trotzdem gab es zur Erfrischung eine kleine Auswahl an fruchtigen Getränken, verschiedene Saftschorlen und
Apfelwein. Dazu wehten vom JUKUZ die letzten Töne des Nachmittagskonzerts herüber.
Dann führte uns Frau Petri durch den Naturerlebnisgarten. Sie zeigte der Gruppe zunächst verschiedene
Wildpflanzen und erklärte, wie sie zu ihrem deutschen Namen kamen. Sie erzählte etwas zu Streuobstwiesen und
Totholz als Lebensraum, zeigte den Teich, das Insektenhotel und die Tastkästen. Zwischendrin las sie kleine
Gedichte vor. Auch sie bedauerte, dass die Jahreszeit schon so weit fortgeschritten ist, viele schöne Wildblumen
verblüht sind und die Wiesen unter den Apfelbäumen schon gemäht wurden.
Gar nicht zufrieden zeigte sich Frau Petri mit dem neu gestalteten Apothekergarten. Hier wurden kleine Steinchen
zwischen die Pflanzen gestreut, damit sich der Pflegeaufwand in Grenzen hält, aber die Steinchen heizen sich auf

und halten die Hitze am Platz. Dies erhöht den Wasserverbrauch der Pflanzen. „Hildegard von Bingen hätte das
nie so gemacht!“
In einer gemütlichen Runde wurden Getränke aus geschenkt und wer wollte konnte nach der Führung noch einen
leckeren Obstkuchen genießen.

Rückfragen an:
Birgit Scharnagl, BUND Ortsverband Karben/Niddatal, Tel.: 06039 - 488618
E-Mail: birgit.scharnagel@outlook.de
Internet: www.bund-karben.de

Anlage Fotos: siehe oben und unten
 

DSCF2172 - Foto Eckhard Neitzel 2021-09

Ankündigung  31.08.2018  für 09. September 2018

Stadtradeln 2021
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25 Jahre Kelterfest in Karben

Ein besonderes Jubiläum

1993, in Karben.

Hier, wie anderswo auch, fressen sich Neubaugebiete durch die Ortsränder und führen zur massenhaften Zerstörung der ortsnahen Streuobstwiesen, ein weit bekanntes Wahrzeichen der Dorfstrukturen in der Wetterau. Sollte dies der Untergang des Traditionsgetränks dieser Region sein? Dort wo einst Obstreihen standen, entstehen Reihenhäuser. Immer mehr dieser biotopreichen, Landschaftsbild prägenden Obstbaumstreifen werden nicht mehr im notwendigen Maße gepflegt, weil arbeitsaufwendige Handarbeit dazu notwendig ist. Ein Baum, der tragen soll, bedarf des regelmäßigen, fachkundigen Schnitts, der Erhalt der artenreichen Wiesen unter den Bäumen ist nur durch regelmäßige Mahd zu erreichen, was durch  größer werdende Maschinen in der Landwirtschaft zusätztlich erschwert wird.

Der drohende Verlust dieser traditionellen Landschaft treibt die Naturschützer in Karben als erste Gruppe im Wetteraukreis schon bereits vor 25 Jahren an, Lösungen zu suchen für die Frage: Wie kann es gelingen, Streuobstwiesen dauerhaft zu erhalten? Wie kann der Verlust der Wiesen und des Wissens über deren Pflege, der Sortenvielfalt und der Nutzung aufgehalten werden, waren es doch meist ältere Menschen, die dieses Spezialwissen hatten. Unbedarfte hielten „Schafsnase“ für ein Schimpfwort und „Kaiser Wilhelm“ für eine Auszeichnung, der „Geheimrat Dr Oldenburg“ war zum Anbeißen. Eine Vernetzung oder ein Main-Äppel Haus gab es damals noch gar nicht. Die heute diskutierte öffentliche Förderung auch nicht! Also wurden die Naturschützer hier aktiv! Zunehmend zogen sich die Gemeinden von der aufwändigen Pflege dieser Biotope zurück, die Streuobstwiesen verwilderten, wurden umgepflügt, alte Bäume zerbrachen unter der Last der früchte, die ungenutzt im Gras vermoderten.

So beschloss der BUND-OV Karben damals, sehr viel früher als andere Vereine in der Region, mehr Mitbürger für den Erhalt der Streuobstwiesen und ihrer Produkte zu sensibilisieren und Mitstreier für Neuanpflanzungen von Hochstammbäumen alter Sorten an den neuen Ortsrändern zu finden, die die schon verloren gegangenen Areale ersetzen sollten. Mitstreiter vor Ort waren der Dottenfelder Hof aus Bad Vilbel und der Obsthof Schneider in Niedererlenbach.

Mit Kindergruppen wurde in den Herbstferien für drei Tage eine Freizeit angeboten „Natur erleben, Spass haben“und dabei auch aus Fallobst Apfelmus gekocht und mit gekauftem Mus verglichen. Welcher besser schmeckte? Klar, der selbstgekochte!

Neben Hochzeitshainen in nahezu allen Ortsteilen Karbens (die leider von der Stadt nach einigen Jahren nicht mehr ermöglicht wurden oder kürzlich nun schon wieder durch neues Baugebiet „Waldhohl“ bedroht ist), Pflanzaktionen des Sortengartens mit Hochstammobst und Baumschnittkursen, sollte ein Kelterfest im Jukuz der Auftakt zur Rettung der Streuobstwiesen sein. Baumpaten sollten gesucht und gefunden werden. Eine Pflanzenbörse für alte Obstbaum Sorten wurde gestartet.

2010, wiederum als eine der ersten Gruppierungen überhaupt, wurde vom BUND- Karben der Wettbewerb für Hobbykelterer ins Leben gerufen, der mittlerweile kreisweit viele Nachmacher gefunden hat.

Eine Kartierung neuer und alter Obstbäume, die heute einen ansonsten fast verloren gegangenen, deswegen nun um so wertvolleren Genpool von mehr als  250 Sorten darstellen, konnte mit Hilfe von Werner Nußbaum durchgeführt werden, den Kenner der Szene ehrfüchtig den „Streuobst Papst „ nennen.

 Apfelsaft und Apfelwein waren und sind immer schon die schönsten Seiten des Naturschutzes gewesen. Vom Baum in die Flasche oder den Bembel, alles Handarbeit. Wie das genau geht, wurde von Wolfgang Lazar und Jürgen Pfeiffer mit ihrer alten Kelter schon damals  beim ersten Kelterfest den Interessenten vorgeführt. Mitmachen war und ist auch heute beim Schaukeltern immer noch ausdrücklich erwünscht.

Frischer Süßer und Apfelwein warten dort auch diesmal wieder auf durstige Kehlen. Hinzu kommen verschiedene, teilweise auch sortenreine Seccos, denn schon lange werden hier bei „Pomolo“ unsere ungespritzten Äpfel zu leckerem Apfelsecco verarbeitet, der als „Karbener Streuobst“ bei überregionalen Wettbewerben schon mit Preisen ausgezeichnet wurde.

Grund und Anlass genug, nun zum 25-jährigen Jubiläum eine Sonderedition „Jubiläums Secco“ anzubieten, die dann auch nach dem Kelterfest noch im Handel erhältlich sein wird.

 

Am 9.September ab 14.00 Uhr wird im Jukuz Karben, Brunnenstraße auf der großen Wiese das 25. Kelterfest von den Hauptakteuren und Herrn Bürgermeister Rahn, als Vertreter der Stadt, eröffnet werden. Wieder wird ein großes, buntes Fest gefeiert, das für alle offen ist und bei dem sich alles um den Apfel dreht.

Alle traditionell beim Kelterfest beteiligten Mitstreiter werden sich wieder einfinden und ein vielfältiges Angebot anbieten, das wie immer musikalisch bereichert wird  durch die Musiker der Gruppe Querbänx und Martin dem Geiger, der mit seinen Bienenweiden am Heitzhöfer Bach nicht nur bunte, vielblütige Flecken in die Landschaft zaubert, sondern sich als Imker auch noch mit seinen Bienenvölkern um die unentbehrliche Bestäubung unserer Pflanzen kümmert. Wer sich für die Imkerei interessiert, findet hier kompetente Beratung und natürlich auch Honigprodukte. 

Eine ganz andere Art der Förderung von Bienenvölkern stellen die beiden „Bienenbotschafter“ vor, die ihre Klotzbeuten schon in einigen Obstanlagen in der Karbener Gemarkung und sogar in Frankfurt aufgehängt haben. Unter ihrer Anleitung werden am Nachmittag dann gezielt Führungen zu diesem Thema im Rapp`s Garten durchgeführt.

Klaus Spieler, ein von der Unesco für den Erhalt alter Streuobstsorten der Wetterau ausgezeichnetes  BUND-Mitglied und Pomologe steht mit einer Apfel - Sortenschau, Sachwissen und Material zur Obstwiesenroute zur Auskunft bereit.

Daniela Ernst zaubert am BUND-Stand mit ihren Tatoos kleine Kunstwerke in Kindergesichter, die dann als Schmetterlinge, Blumen oder aber auch Bösewichte das Fest beleben.

Mit einer Antwort auf die Standardfrage „ Wieviele Äpfel liegen in diesem Korb?“ können sich alle Gäste beim beliebten Ratespiel des BUND beteiligen, denn hier kann man nur gewinnen: Gutscheine für Bio-Lebensmittel aus heimischer Erzeugung. Äpfel können verkostet werden, Koch- und Backrezepte für das Obst von der Streuobstwiese könnnen ebenso mitgenommen werden, wie allgemeine Informationen und Broschüren  zum Naturschutz. Beratung ist jederzeit möglich.

Mit hausgemachten Obstkuchen von den BUND- Streuobstwiesen und Grillwürstchen vom Biolandhof Mager  kann Kuchenwunsch und Heißhunger bedient werden, der Vollwertstammtisch gleich nebenan wird wie gewohnt alle Besucher mir einer Vielzahl von Speisen verwöhnen.

In einer mehr als 24 Stunden langen Aktion hat die IG-Streuobst nicht nur 120 kg Zwetschen geerntet und entkernt, sondern mit tatkräftiger Unterstützung durch BUND Mitglieder in einer langen Nacht - anknüpfend an alte Traditionen – in einem Kupferkessel unter fleißigem Rühren Latwerge gekocht, das käuflich zu erwerben ist. Fragen zu Werkzeug, Ausrüstung oder Streuobstwiesenpflege werden hier beantwortet.

Äpfel werden auch verkauft, erzeugt in der OGV- Anlage in Klein-Karben. Welche Sorte wie schmeckt oder zu pflanzen und pflegen  ist, hier sind sie richtig. 

Ausgefallene Angebote  kommen vom Weltladen der Familie Gresser.

Der NABU Karben wird einen Info-Stand aufbauen, mit einem Spektiv können Vögel erkannt werden, für Kinder gibt es einen Fühlkasten und ein Ausschneide-Spiel.

 

Für die Veranstalter:

Ulrike Loos, BUND-Karben , Peter-Geibel-Str.5, 61184 Karben, Tel. 06039-2883

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